Gibt es ein Gericht, das mehr nach Herbst ruft als ein herzhaft gefüllter Hokkaido? Aus Kindheitstagen kenne ich noch die Version mit Hackfleisch und Käse – heute kommt bei mir gerne eine vegane Version auf den Tisch. Meine Füllung aus Linsen, Lauch und veganem Feta klingt vielleicht erstmal überraschend neu, schmeckt aber so, als käme sie direkt aus Omas Küche. So ein gefüllter Ofenkürbis ist für mich einfach echter Herbstcomfort. Da dieses Rezept ein bisschen Zeit braucht, ist es perfekt für einen cozy Samstagnachmittag oder Sonntagabend.
Hokkaido gefüllt, Ofen an, fertig ist die Herbststimmung!
Nährwerte pro Portion
Zubereitung
Wasche den Kürbis und steche mit einem Holzstäbchen ein paar Löcher hinein. Setze ihn mit 200 ml Wasser in einen ofenfesten Topf, gib den Deckel drauf und backe ihn 30 Minuten bei 180 °C Umluft vor.
Wasche in der Zwischenzeit die Linsen und koche sie ohne Salz gar (wichtig, sonst werden sie nicht gleichmäßig weich).
Schneide den Lauch in halbe Ringe und wasche ihn gründlich. Hacke Zwiebel, Knoblauch und Petersilie fein – und falls du dich für Champignons entscheidest, putze und schneide auch sie. Schneide den veganen Feta in Würfel.
Nimm den Hokkaido nach 30 Minuten kurz aus dem Ofen und schneide den Kürbisdeckel ab. Am besten geht das von schräg oben, so kann man ihn später als Deko wieder gut drauf setzen. Nimm die Kerne heraus und backe den Hokkaido mit Topfdeckel weitere 30 Minuten bei 180 Grad Oberhitze. Falls dein Kürbis unten schon sehr weich bis matschig ist, kannst du nun das Wasser abgießen und den Kürbis von außen dünn mit Öl einpinseln.
Erhitze das Öl in einer Pfanne, brate die Zwiebeln (und ggf. die Champignons) an, bis sie leicht gebräunt sind. Gib dann den Lauch dazu und lasse ihn köcheln, bis er weich wird.
Gib dann Tomatenmark, Petersilie, Knoblauch, die Linsen, die vegane Crème, den Feta sowie alle Gewürze hinzu und verrühre alles gut. Schmecke die Füllung mit den Gewürzen ab – sie darf ruhig intensiv schmecken, weil der Kürbis später eine milde Süße mitbringt. So balanciert es sich perfekt aus.
Nimm den weichgegarten Hokkaido aus dem Ofen (falls er dir noch nicht weich genug ist, kannst du ihn einfach etwas länger backen lassen), öle ihn – falls noch nicht geschehen – außen mit Rapsöl ein und fülle ihn mit der Masse. Je nachdem, wie groß dein Kürbis ist, wird wahrscheinlich einiges der Kürbis Füllung übrig bleiben – ich serviere sie gerne einfach zusätzlich zum gefüllten Hokkaido für alle, die etwas Extra Füllung lieben.
Backe den gefüllten Hokkaido ein letztes Mal für 10 bis 15 Minuten bei 180 Grad Oberhitze, dann kannst du ihn anschneiden und servieren.
Recipe Note
Du siehst, Hokkaido füllen ist wirklich kein Hexenwerk – auch wenn die Zutatenliste und Zubereitungsschritte erstmal enttäuschend lang und kompliziert wirken! ;)
Das Schwierigste an diesem Rezept ist einfach, genug Geduld zu haben. Die Zubereitungszeit klingt nämlich erstmal nach "viel zu tun", ist aber größtenteils Wartezeit. Die kannst du easy nutzen, um die Füllung zuzubereiten. Und vielleicht noch um einen herbstlichen Pumpkin Spice Latte zu trinken!
Der Unterschied zu Omas Rezept für einen gefüllten Hokkaido
Bei meiner Oma kam früher Hackfleisch und ordentlich Käse in den gefüllten Hokkaido. Bei mir sind es heute Linsen, Lauch und veganer Feta – vegetarisch und sogar komplett vegan. Am Geschmack ändert das für mich wenig: würzig, cremig und richtig lecker ist unser gefüllter Hokkaido trotzdem. Denn sind wir mal ehrlich: Einen gefüllter Hokkaido – vegetarisch, vegan oder tierisch – macht vor allem eins aus: die perfekte Kombi aus süßem Kürbis und einer herrlich herzhaften Füllung, die sich einfach gemütlich und wärmend anfühlt.
Falls du weder Omas Art noch die ganz vegane Art ausprobieren möchtest, finde doch einfach deine ganz eigene Version: Verwende zum Beispiel die Linsen, aber gleichzeitig einen "normalen" Feta für ein Rezept für gefüllten Kürbis in vegetarisch. Schließlich ist das hier DEIN Abendessen. Da darf es auch so schmecken wie du möchtest!
Die richtige Kürbissorte
Ein gefüllter Kürbis – dafür kommt für mich eigentlich nur eine Sorte infrage: Hokkaido.
Er hat genau die richtige Größe zum Füllen (meist so um die 20 cm im Durchmesser).
Seine Schale kannst du einfach mitessen und du sparst dir dadurch die nervige Schälarbeit.
Das süßliche, leicht nussige Aroma passt super zur herzhaften Füllung.
Deswegen greife ich jeden Herbst wieder zu dieser Kürbissorte. Und neben all den anderen Kürbisrezepten ist Hokkaido im Ofen zu füllen eine meiner liebsten Arten, den orangenen Herbstklassiker zu genießen.
Kleiner Tipp: Ein Hokkaido hält sich an einem kühlen, trockenen Ort oft mehrere Wochen – das Kürbisshoppen kann also losgehen!
Hokkaido ist nicht so deins? Hier gibt's leckere Alternativen:
Magst du lieber etwas Süßeres, greif zu Butternut-Kürbis: cremiges Fruchtfleisch, etwas festere Textur und super, wenn du die Hälften länglich auf einem Blech anrichten willst.
Auch Muskatkürbis geht, ist aber deutlich größer und braucht mehr Zeit im Ofen.
Wenig Zeit? Gefüllter Hokkaido auf die schnelle Art
Wenn's schnell gehen muss, aber deine Kürbislust so groß ist, dass du einfach nicht nein sagen kannst, habe ich hier einen tollen Tipp für dich, wie du eine schnelle Küche und dein Lieblingsrezept kombinieren kannst: Schneide den Kürbis einfach in Stücke, gib alles zusammen mit der angebratenen Hokkaido Füllung in eine Auflaufform und lass es so im Ofen garen. Schmeckt genauso gut, geht aber deutlich schneller, als den ganzen Hokkaido langsam zu garen. Nur das Aussehen leidet natürlich, aber wenn du schnell genug isst, bekommt das auch keine:r mit. ;) Ich nenne es gerne mein SOS-Rezept für gefüllten Hokkaido.
Austauschtabelle
Manchmal hast du nicht alles im Haus, und das ist total okay! Hier eine kleine Austauschtabelle für die wichtigsten Zutaten in diesem gefüllten Hokkaido:
Braune Linsen → Rote Linsen, Tofu, Veggiehack oder gehackte Champignons
Veganer Feta → Marinierter Tofu im Schafskäse-Stil, andere vegane Käsesorten oder tierischer Käse, wenn du nicht vegan bist
Vegane Crème fraîche → Veganer Schmand, pflanzlicher Joghurt oder Kokoscreme mit einem Spritzer Zitronensaft
Geräuchertes Paprikapulver → Eine Prise Rauchsalz
Rapsöl → Anderes hitzebeständiges Öl
Lauch → Frühlingszwiebeln (aber deutlich weniger)
Frische Petersilie → Weglassen oder etwas getrocknete Petersilie
Tomatenmark → Frische Tomaten oder ein Schluck passierte Tomaten





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